Unternehmer in Friedberg - Erfolgreich ohne Businessplan

Andreas Lutzenberger und Helmut Schäffer waren sich einig: „Irgendwann verscheppern wir diese Firma“, sagten die beiden Kissinger vor 13 Jahren, als sie in Schäffers Keller die Firma Mobiheat gründeten. Der Erlös sollte den Ruhestand sichern für Schäffer, den Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, und den gelernten Kaufmann Lutzenberger. Aber dass das Geschäft solche Dimensionen annehmen würde, hätten die beiden Unternehmer nie gedacht. Inzwischen beschäftigen sie knapp 60 Mitarbeiter am Firmensitz in Derching und weiteren Standorten in Göttingen, Oldenburg, Krefeld sowie in Österreich und der Schweiz. Jedes Jahr stieg der Umsatz um etwa ein Drittel, 2016 lag er bei 15 Millionen. Den erstaunlichen Erfolg beschreibt jetzt ein Buch, zu dessen Vorstellung im Augsburger Hotel Drei Mohren 200 Gäste gekommen waren.
Schäffer und Lutzenberger trafen mit ihren Produkten ins schwarze: sofort anschlussfertige mobile Heizzentralen mit einer Leistung von drei kW bis zehn MW. Wenn die Heizung plötzlich ausfällt oder für längere Zeit eine Modernisierung ansteht, sind diese Anlagen eine gute Übergangslösung. Sie versorgen Gebäude innerhalb kurzer Zeit wieder mit Wärme und Warmwasser. Meistens werden die Geräte für eine gewisse Zeit vermietet.

Ein idealer Standort in Friedberg
Das starke Wachstum des Unternehmens machte es nun sogar notwendig, sich räumlich zu vergrößern. Den idealen Standort hat man direkt an der A8 am Winterbruckenweg in Friedberg-Derching gefunden. Auf rund 10000 Quadratmetern entsteht gerade der neue Hauptsitz. Mit dem Bau wurde im Oktober 2015 begonnen, die Produktions- und Lagerräume sind bereits fertig. Das Verwaltungsgebäude wird Ende dieses Jahres bezogen. Die Büros sind im Moment noch in Containern untergebracht.
Aber warum dazu ein Buch schreiben? Der Start des Unternehmens war weder richtig geplant, noch wurde der Aufbau mit einem Business-Plan hinterlegt. Mit dem Buch wollte man einen Blick hinter die Kulissen geben: Unterhaltsam, verrückt und irgendwie doch normal.
Die Autoren wollten bei ihrem Buch „Einfach machen“ nicht nur Daten und Zahlen aneinanderreihen, sondern lustige Geschichten erzählen, die sich während des Unternehmensaufbaus ereignet haben. Dazu wählten sie einen eher ungewöhnlichen Weg. So ist es bereits Inhalt des Buches, dass sich die beiden Firmengründer Andreas Lutzenberger und Helmut Schäffer mit Christian Chymyn, ihrem Pressemann, in einem Café treffen, um ihm zu sagen, dass er mit ihnen ein Buch schreiben solle.
Doch der ins Auge gefasste Autor ist nicht gerade angetan von der Idee, ebenso wenig kann er sich mit der Stadt Augsburg anfreunden. Er selbst kommt aus Dachau und hält sich eher in der Großstadt München auf. Durch widrige Umstände kommt es jedoch so weit, dass das Dreiergespann zwei volle Tage inklusive Übernachtung in Augsburg verbringen muss und dort so einiges erlebt.
Der Leser wird auf eine Entdeckungsreise durch die Fuggerstadt mitgenommen. Quasi nebenbei wird ihm die Firmengeschichte serviert. Die Autoren erhoffen sich, dass künftige Gründer viel für sich herausziehen können. Vor allem, dass es jeder kann. „Man muss es einfach machen! Und auch mal die eingetretenen Pfade verlassen und auf sein Bauchgefühl hören. Dazu braucht man keine Businesspläne.“

Artikel von Sabine Roth. Erschienen in der Augsburger Allgemeine am 22.05.2017

Tags: Presse
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