Autorin Margot Jung im Interview

 

Falsche Fäter – ein Island-Krimi

Margot Jung (42) sammelte schon im Grundschulalter Reiseprospekte von der Insel Island. Warum? Das weiß sie nicht mehr, es war aber eine gute Entscheidung. Die Liebe zur Eisinsel hielt an. Sie lebt mit ihrem Mann und den drei Kindern im idyllischen Oberbayern und wärmt sich auf – für ihre nächste Fahrt in den rauen Norden. Bereits mit 15 Jahren schrieb sie an ihrem ersten Roman. Nach einem arbeitsreichen Leben als Betriebswirtin kam das Happy End. Mit einer Verspätung von 25 Jahren entstand ihr erster Krimi Liebe, Tod und Tofu. Im dritten Band kommt ihre Liebe zum rauen Norden zu Tragen. Was sie dazu bewegt hat, diesen Krimi zu schreiben und welche Schauplätze darin vorkommen, aber auch, warum Umweltschützer auf die Barrikaden gehen, erzählt die Autorin im Interview.

 

Nach den ersten beiden Krimis, die in der Alpenregion (Liebe, Tod und Tofu) und auf Sylt (Erfolgreich tot) spielen, verschlägt es die Fernsehköchin Francesca Carlotti nun nach Island. Erfahren die Leser - neben dem spannenden Krimi - auch noch mehr zur Region?

Ja, unbedingt. Island ist einer meiner persönlichen Sehnsuchtsorte. Die Insel erfreut sich aber auch immer größer werdender Beliebtheit bei Touristen, wobei ein Großteil von ihnen nur die Hauptstadt Reykjavik und die umliegende Region erkunden. Das ist es aber noch lange nicht. Island ist voll von ruhigen Ecken und Naturschönheiten; ich möchte den Leser animieren, sich die ganze Insel näher anzusehen. In der Umschlagsseite ist eine Karte von
Island, wo die Leser immer wieder schauen können, welche Gegend im Buch gerade beschrieben wird.

Welche Schauplätze darf man im neuen Buch denn genauer kennenlernen?

Francesca Carlotti unternimmt unter anderem eine Walsafari zur Beobachtung der großen Säugetiere in dem malerischen Städtchen Husavik, das im Nordosten der Insel liegt. Außerdem spielen Teile der Handlung am berühmten Gletschersee Jökulsarlon, wo schon James Bond und Angelina Jolie gedreht haben.

Verraten Sie uns doch, worum geht es in Ihrem Island-Krimi?

Sehr gerne. Fernsehköchin Francesca Carlotti reist überstürzt nach Island, dem Heimatland des neuen Freundes ihrer Tochter Clara. Der offizielle Grund: Sie soll als Jurorin im alljährlichen Food-Festival aushelfen. Tatsächlich aber gerät sie in eine persönliche Krise. Ihr brennt nämlich eine andere Frage unter den Nägeln: Wer ist der leibliche Vater ihrer Tochter? Unterwegs trifft Francesca auf zwei Aktivisten, die gegen den Aufbau einer
islandweiten Restaurantkette vorgehen wollen, in der vornehmlich Walfleisch an Touristen verkauft werden soll. Francesca gerät zwischen die Fronten aus sturen Isländern und kompromisslosen Walschützern. Und als sie gerade dabei ist sich in die raue Naturschönheit der Insel sowie den unangepassten Wikinger an ihrer Seite zu verlieben, passieren an der letzten Walfangstation Islands grausame Dinge. Hat Claras Freund wirklich etwas mit den Morden zu tun? Oder liegt die Erklärung in der Vergangenheit? All das werden die Leser im Buch erfahren. Es bleibt spannend bis zur letzten Seite.

 

Die Krimis rund um Francesca haben ja auch immer eine humorvolle Komponente. Wie passt denn da das ernste Thema Walfang dazu, das Sie im Buch aufgreifen?  

Keine Angst, auch in Falsche Fäter darf ab und an geschmunzelt oder gelacht werden – wenn ich da zum Beispiel an Harriet Harper denke… eine Texanerin, die eigentlich eine Krokodilfleisch-Burgerkette in Florida betreibt – die ist richtig amerikanisch und natürlich ist auch wieder Gianluca, Francescas Noch-Ehemann am Start. Grundsätzlich versuche ich in allen Büchern aber auch eine Message einzubauen, zum Beispiel habe ich mich schon mit Homophobie im Profifußball und der Welt der Motivationstrainer befasst.
In Island ergab sich automatisch das Thema Walfang, besonders nachdem ich eine Whale-Watching-Tour gemacht habe. Es werden immer noch Finnwale, die zweitgrößten Säugetiere der Welt, gejagt. Das Verrückte daran: Isländer essen selber nur noch wenig Walfleisch. Den Hauptteil konsumieren Touristen. Also mein Appell an alle Islandreisende – esst kein Walfleisch, dann hat das sinnlose Abschlachten hoffentlich bald ein Ende.

Der Titel lautet Falsche Fäter – irgendetwas stimmt doch hier in der Rechtschreibung nicht?

Falsche Fäter – wenn man es oft genug so sieht, fällt einem der Fehler schon gar nicht mehr auf. Aber Spaß beiseite: Das ist ein Seitenhieb darauf, dass einer der Antagonisten im Schreiben und Lesen eindeutige Schwächen aufweist.

 

 

 

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